Thargelien

Das erste von drei Erntedankfesten waren nach der dianischen Tradition die Thargelien: Das Festival der ersten Früchte.

Die Bedeutung der "ersten Früchte" zu ignorieren oder gar zu vergessen galt als unheilbringend, denn nach den Vorstellungen der Alten hätte das eine Hungersnot oder einen verheerenden Sturm zur Folge haben können. Unsere Vorfahren brachten ihre ersten Früchte als Opfergabe zum Tempel Demeters und schütteten ihre Schätze vor dem Bildnis der Göttin aus. Die Tempelpriesterinnen sammelten diese Nahrung schließlich ein und verzehrten sie.

Das Herstellen von glücksbringenden Talismanen für die Gemeinde war ein wichtiger Teil der Thargelienbräuche. Jungen und Mädchen, deren Eltern noch lebten, fertigten sie an. Die Talismane bestanden normalerweise aus einem geschmückten Olivenzweig, der "Eiresione" genannt wurde, an diesen Ast hängten die Jugendlichen die verschiedensten Arten von Naturalien: weiß und purpur gefärbte geweihte Wolle von zum erstenmal geschorenen Schafen, Schnüre mit Eicheln, Weinkrüge, Feigen, Datteln und Gerstenkuchen. Als Glücksbringer brachte man sie über den Eingangstüren der Häuser an, um Krankheiten und Hungersnöte fernzuhalten.

Das Erntefestmahl bereitete man aus Pelanos oder Gerstenmehl, mit Käse, Lauch und geschnittenen Oliven zu. Zu den Thargelien wurden Musikfestspiele abgehalten, um die Muttergöttin auch musikalisch zu ehren. Die Gewinner der Wettbewerbe erhielten spezielle Dreifüße - wie sie auch von Wahrsagerinnen benutzt wurden - auf denen sie während ihres kreativen Schaffens sitzen sollten. Das Thargelienfest diente der Erholung und Entspannung und förderte den Gemeinschaftsgeist.

Es gab eine Prozession, bei der die Einwohner mit ihren ersten Früchten (z.B. wilden Kräutern, Hülsenfrüchten, Eckern, Gerste, Weizen, Kuchen mit getrockneten Feigen, Gerstenkuchen und Töpfen voller leckerer Speisen) durch die Straßen zogen und an jedem Haus wurde ein Glücksbringer (Eiresione) über die Eingangstür gehangen.

 

Quelle: Frau Moh/ Alexandra

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