Frauenmantel

lat. Alchemilla vulgaris

andere Bezeichnungen:
Dächlichrut, Frauenhäubel, Frauenhilf, Frauenmäntli, Frauenrock, Hasenmänteli, Haubn, Herbstmantel, Herrgottsmäntelchen, Kroanfüss, Liebfrauenmantel, Löwenfusskraut, Mäntli, Marienkraut, Milchkraut, Muttergottesmantel, Neunlappenkraut, Ohmkraut, Perlkraut, Regendachl, Regentropfen, Röckli, Sinau, Sinnau, Sintau, Taubecherl, Taufänger, Taukraut, Taumantel, Tauschüsserl, Trauermantel, Weiberkittel, Wiesen-Frauenmantel

Geruch & Geschmack:
kein besonders feststellbarer Eigengeruch
schmeckt leicht zusammenziehend bitter (astringierend).

Standort:
nasse Wiesen, Bachränder, Gebüsche, Wälder, Straßen u. Wegränder

Sammelgut, Sammelzeit:
junge Blätter im April bis August
blühendes Kraut vom Mai bis September

Heilwirkung:
Mund- u. Rachenentzündung
Lidrandentzündung
Schnupfen
Ödeme
Blähungen
Durchfall
Nierenschwäche
Kopfschmerzen
Wechseljahrsbeschwerden
Menstruationsbeschwerden
Weissfluss
Wunden
Geschwüre
Eiterungen
Eitrige Wunden.

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Phytosterin, Glykoside, Saponine, Tannine

Verwendung in der Küche: Junge Blätter sind allein verwendet evt. zu herb, aber gut als Zugabe zu Kräutersuppen und Gemüsen.

Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Bitterstoffe, Phytosterin, Glykoside

Interessantes geschichtliches:
Alchemella oder Alchimiskraut (ein früher verwendeter häufiger Name für Frauenmantel) deshalb, weil Goldmacher/Alchimisten im Mittelalter in den kleinen Wassertröpfchen an den Blattzähnen die Flüssigkeit zum Goldmachen sahen. Der Name Frauenmantel kommt daher, weil das Kraut lange Zeit bei allen Frauenleiden als Heilmittel hochgeschätzt.

Die dem Frauenmantel zugesprochenen positiven Wirkungen in der Frauenheilkunde konnten durch Untersuchungen bis jetzt nicht bestätigt werden.
Schon bei den Germanen war der Frauenmantel Freya, der Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, heilig. Er wurde von den heilkundigen Frauen bei abnehmenden Mond gesammelt, um die Blutflüsse der Frauen zu stillen und Wunden zu heilen. Die Blätter sondern nachts bei entsprechender Luftfeuchtigkeit kleine Wassertröpfchen aus den Spaltöffnungen der Blattzahnwinkel ab (Wetterpflanze!). Die Tröpfchen sammeln sich in der Blattmitte zum so genannten Guttationstropfen. In früheren Zeiten wurde ihm Zauberkraft zugesprochen. Die Anwendung der Flüssigkeit führe dazu, dass ältere Weiber in den Zustand der Jungfräulichkeit zurückversetzt werden.



Quellen: Kraut und Unkraut zum Kochen und Heilen; Wikipedia