Voodoo

Schon das Wort erzeugt bei vielen eine Gänsehaut. Bilder von mit Nadeln durchstochenen Puppen, zum Schaden anderer und Zombies tauchen auf. Voodoo steht bei der unwissenden Bevölkerung für schwarze Magie, Besessenheit, wilde Trommelrythmen. Hier kann nur der Teufel persönlich im Spiel sein. Bessenheit und Trance spielen tatsächlich eine große Rolle und zwar in der Art, dass die Götter während des Rituals sich in auserwählten Teilnehmern manifestieren und sich durch diese dann ausdrücken können.

Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Voodoo heißt nichts anderes als Gott oder Geist. Die Religion entstand aus Bruchstücken des Glaubens, den die Sklaven aus ihrer afrikanischen Heimat in die -neue Welt- mitgebracht haben und Teilen des christlichen Glaubens, der mit eingeflossen ist. So stehen oft Bilder oder Statuen katholischer Heiliger oft für afrikanische Götter mit ähnlichen Eigenschaften. Der Sinn dieser Religion liegt darin die Gemeinschaft und die Gesundheit zu erhalten. Gesundheit vor allem deshalb, weil Medikamente nicht zu bekommen und, wenn ja, unerschwinglich teuer waren. Deshalb sind Voodoopriester auch Kräuterkundige, die bis zu 10.000 Pflanzen und ihre Wirkung kennen. Dieses Wissen wurde immer vom Vater zum Sohn und von der Mutter zur Tochter weitergegeben.

Die Hochburg der Voodoo-Religion liegt in Haiti, wo es als offizielle Religion anerkannt wird und fast alle Menschen diesem Glauben angehören, obwohl 90% bekennende Katholiken sind. Aber auch in der benachbarten Dominikanischen Republik, Benin, Ghana, Louisiana und Togo wird es zum Teil in abgewandelter Form praktiziert. Eng verwandt ist auch Santeria in Kuba und in Brasilien Macumba oder Candomblé. Magie spielt dabei eine große Rolle und wie überall gibt es auch hier Gut und Böse, das heißt die weiße Magie, die zur Abwehr von Schadenszauber oder um sich gewisse Vorteile zu verschaffen genutzt wird und die schwarze Magie, die eingesetzt wird um anderen Menschen Schaden zuzufügen. Um sich davor zu schützen gibt es jede Menge Amulette und Glücksbringer, Pulver, Badezusätze und Öle, die der Voodoopriester, genannt Hungan, oder die Voodoopriesterin, die Mambo genannt wird, bei ihren Zeremonien benutzen oder dem Betroffenen überreichen. Will man jemandem schaden oder ihn sogar vernichten, geht man zum Bokor, dem Schwarzmagier, der dies für ein entsprechendes Entgelt für einen erledigt. Diese Magie ist sehr wirksam und sollte nicht unterschätzt werden. Daher sollte auch kein Unwissender damit herum experimentieren, denn der Zauber kann, wenn er nicht richtig ausgeführt wird, auf einen selbst zurückfallen. Die wichtigsten Götter im Voodoo, Loas genannt, sind:

Papa Legba der wichtigste Gott, der als alter Mann mit Stock und Pfeife oder auch als kleines Kind dargestellt wird. Er ist der Vater aller Loas und der Gott der Wegkreuzungen, der die Schranken zur Anderswelt und ihren Loas öffnet. Deshalb sollten ihm zu jeder Anrufung anderer Loas ebenfalls Opferungen in Form von Steinen, Getreide, Erde oder Baumrinde dargebracht werden. Auch sollte er niemals für niedere Aufgaben angerufen werden.

Dambhallah, der Schlangengott wird durch eine Schlange und einen Regenbogen symbolisiert. Er ist der nächste in der Rangliste nach Papa Legba und steht für List, Täuschung und Hinterhältigkeit, aber auch für die unverfälschte Wahrheit, Selbsterkenntnis, Selbstbestimmung und Bescheidenheit. Er kann für alle Rituale angerufen werden, die diesen Eigenschaften entsprechen. Als Opferungen sollten weiße Rosen, Jasminblüten, weißer Rum, Silbermünzen, weiße Hühner oder Tauben, Wasser, kurzum alles in hellen Farben gereicht werden.

Erzulie, die Göttin der Liebe, der Schönheit, der Schöpfungskraft, der Sinnlichkeit und des Luxus, den sie sehr liebt. Sie gehört zu den Wassergöttern. Sie verlangt nach Zuneigung, wann immer sie erscheint und liebt es, wenn Männer ihr Aufmerksamkeit schenken. Andererseits ist sie auf jede Frau eifersüchtig, die ihr eventuell Ogu, der zu ihren Ehemännern zählt, abwerben könnte. Ihre Opfergaben sind Rosen in den Farben rot und rosa, Gold und ätherische Öle, die man für Liebeszauber verwendet.

Ogu steht für Zerstörung und Schöpfung. Er sollte mir Bedacht angerufen werden, denn er ist ein Krieger und kann sehr jähzornig werden. Auch ist er der Frauenheld, der oft für Liebesrituale angerufen wird, aber auch für das wieder rückgängig machen bei Liebeskummer. Seine Opfergaben sind gelbe Steine und glühendes Eisen.

Loco, Gott der Bäume und Pflanzen. Und somit auch zuständig für Regeneration und Heilung inklusive aller Heilmittel. Loco steht auch für die Blöße und die Entdeckung von Lügen. Er ist rein posiver Natur. Als Opferung wird Baumrinde empfohlen, die allerdings auf natürliche Art abgefallen sein sollte. Das ist meine Kurzinformation über dieses Thema. Für Diejenigen, die mehr darüber erfahren möchten gibt es im Buchhandel sehr gute Bücher, die dieses Thema ausführlich behandeln.

 

Quelle: Brighid, Anderswelt-Verlag