Küchenmagie

Die Küchenmagie ist eine praxis- und ergebnisorientierte Technik.
Eine Küchenhexe setzt sich nicht groß mit magischen Theorien, Thesen und Regeln auseinander. Das heißt in dieser Herangehensweise an die "Zauberei" geht es weder darum was Magie eigentlich ist, noch wo oder wie sie entsteht und auch nicht um Wertigkeiten. Man nimmt einfach an / geht davon aus, dass es Magie gibt, dass man sie entstehen lassen kann und entwickelt einen möglichst einfache "Transmitter" sprich Rezept, Spruch oder Ritual um sie umzusetzen.
Die Diskussion um die ewig strittigen Themen wie schwarz oder weiß, physikalisch oder metaphysisch und ähnliches ist für die meisten Küchenhexen zweitrangig bis uninteressant.
Die Küchenmagie macht Anleihen in vielen magischen Konzepten und diese bedienen sich wiederum küchenmagischer Mittel, wenn sie auf der Suche nach einem "einfachen" Weg sind um ans Ziel zukommen. Sie ist also systemübergreifend, allerdings nur in so weit, als das ihrer Prämisse der Unaufwendigkeit entsprochen wird.

Konzeptionell verstehe ich die Küchenmagie als der Chaosmagie verschwistert, denn auch hier gilt der Grundsatz: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt. Nur ist zu einem küchenmagischen Akt weder Weihe noch Bannkreis noch irgendeines der klassischen rituellen Mittel der Einstimmung und Vorbereitung nötig.
Eine enge Verbindung besteht auch zum Voodoo und der Sigillenmagie.
Ausläufer der Küchenmagie sind in jedem magischen Ansatz, wie unter anderem dem Wiccakult, Druidentum oder sogar - wenn auch sehr entfernt - in der Hochmagie a la Crowley zu finden.
Historisch gesehen ordne ich die Küchenmagie dem Bereich der Volksmagie zu, sie findet sich in ihrer Reinform in den simpel erscheinenden Zaubern der Zigeuner und Bauern(mädchen).
Die Theorie der Küchenmagie ist einfach und schnell zusammengefasst: Einfaches Mittel - großer Erfolg ist die Devise.

Schlusswort
Abschließend lässt sich also sagen, dass Küchenmagie nicht automatisch am Herd stattfindet, sondern ein magischer Weg ist, der sich einfacher Mittel, d.h. allem was man so da hat, oder im Supermarkt bekommt bedient.
Sie beschreibt einen phantasievollen und freien Umgang mit der Hexerei, erlegt einem keinerlei Zwänge und Regeln auf, außer denen die vom eigenen Gewissen determiniert sind und kommt dabei gänzlich ohne großes rituelles Brimborium oder die anspruchsvollen theoretische-abstrakten Modelle der Hochmagie aus.

 

Quelle: marianueva, wilde-magie.de