Mohs Härtepruefung

Harte Werkstoffe ritzen weiche. Diese Einsicht ist Grundlage der Härteprüfung nach Friedrich Mohs.
Mohs, ein Geologe, ritzte verschiedene Minerale gegeneinander und ordnete sie so nach ihrer Härte an. Durch das exemplarische Zuordnen von Zahlenwerten für ausgewählte Minerale entstand eine relative Härteskala, die Mohs-Skala, die in der Mineralogie in weitem Gebrauch ist. Angaben zur Härte von Mineralen beziehen sich immer auf die Mohs-Skala, falls nichts anderes angegeben ist.
Zum Vergleich aufgeführt ist die auch als absolute Härte bezeichnete Schleifhärte nach Rosival, die den Schleifaufwand des jeweiligen Stoffes charakterisiert und einen besseren Eindruck von den tatsächlichen Härteverhältnissen gibt. Beide Härteskalen sind einheitslos.

HärteMineralabsolute HärteBemerkungen
1 Talk 0,03 mit Fingernagel schabbar
2 Halit 1,25 mit Fingernagel ritzbar
3 Kalzit 4,5 mit Kupfermünze ritzbar
4 Fluorit 5,0 mit Messer leicht ritzbar
5 Apatit 6,5 mit Messer noch ritzbar
6 Orthoklas 37 mit Stahlfeile ritzbar
7 Quarz 120 ritzt Fensterglas
8 Topas 175  
9 Korund 1000  
10 Diamant 140.000 härtestes natürlich vorkommendes Mineral; nur von sich selber ritzbar

In der Werkstoffkunde werden vor allem Prüfverfahren eingesetzt, welche die Eindringhärte messen. Dabei werden jeweils genormte Prüfkörper unter festgelegten Bedingungen in das Werkstück gedrückt; anschließend wird die Oberfläche oder Tiefe des bleibenden Eindruckes gemessen.