Atem Meditation

Diese Form der Meditation sei vorangestellt, denn erstens ist die Atmung die Hauptgrundlage unseres Lebens - wir können zwar wochenlang leben ohne zu essen, aber nur wenige Minuten ohne zu atmen - zweitens ist sie eine zum Leben unverzichtbare Form der Kommunikation, denn über den Atem sind wir miteinander im Austausch - wir alle atmen die gleiche Luft, und wenn wir "jemand nicht riechen können", geht es uns schlecht - und drittens atmen die meisten Menschen verkehrt und vor allem zu wenig.
Der Hintergrund Laut Genesis hat uns Gott das Leben über seinen Odem eingehaucht und damit der unsterblichen Seele auf Zeit ein Heim geschaffen.
Wenn sie dieses im Tode wieder verlässt, hört damit auch der Atem auf. Atmen bedeutet Leben.
Über Ein- und Ausatmen bindet uns die Lungenfunktion an die polare Welt der Gegensätze; durch besondere Atmungstechniken kann man eine Dimension erreichen, die mit unserer Sprache nur schwer beschreibbar ist und in der sich die Welt der Gegensätze transformiert in eine Welt der Einheit.
An diesem Punkt setzen östliche Atem-Meditationen wie Pranayama an.
Der Atem wird hier geradezu zum Königsweg, und für den Erlebenden sind diese Momente unbeschreiblich.

Übung 1
Nachdem Sie sich in einer ruhigen Atmosphäre und bei ruhiger Musik entspannt haben, nehmen Sie bewusst Kontakt zu Ihrem Atem auf, indem Sie einfach nur den Atem beobachten, wie er kommt und geht, wie sich beim Einatmen die Bauchdecke leicht hebt und beim Ausatmen wieder senkt, ganz ruhig und gleichmäßig.
Sollten Ihre Gedanken abschweifen, kehren Sie einfach immer wieder zu Ihrem Atem zurück.
Nach 10 - 15 Minuten beenden Sie die Übung. Machen Sie diese Übung aber möglichst jeden Tag, und zwar 21 Tage lang (21 ist eine "mystische Zahl", sie setzt sich aus den beiden "heiligen" Zahlen 7, der siebte Himmel, und 3, die Drei-Einigkeit Gottes, zusammen).

Übung 2
Nachdem Sie sich entspannt haben und Kontakt mit Ihrem Atem aufgenommen haben, beginnen Sie, doppelt so lange aus- wie einzuatmen. Einatmen bedeutet Aufnehmen, Anspannen, Ausatmen bedeutet Entspannen, Loslassen, Freiwerden.
Diese Übung ist deshalb so wichtig, weil die meisten Menschen eher zu viel ein- als ausatmen (extrem geschieht dies beim Asthmatiker). Nachdem Sie dies etwa fünf Minuten lang gemacht haben, lassen Sie Ihren Atem noch langsamer werden, sie atmen 4 Sekunden lang ein und 11 Sekunden lang aus, ganz langsam ohne sich anzustrengen.
Dadurch machen Sie nur noch vier Atemzüge in der Minute (4 + 11 = 15; 15 x 4 = 60) und atmen so etwa vier- bis fünfmal so langsam wie normalerweise. So geraten Sie schnell in eine (tiefe) Trance.
Nach 15 - 20 Minuten beenden Sie die Übung, indem Sie Ihren Atem wieder im normalem Rhythmus fließen lassen. Übung 3 Nachdem Sie sich entspannt und Kontakt mit Ihrem Atem aufgenommen haben, stellen Sie sich beim Einatmen folgendes vor: "Ruhe und Gelassenheit atme ich ein", und beim langsamen Ausatmen: "Ruhe und Gelassenheit strümt durch meinen ganzen Körper". Wichtig ist, dass Sie den Satz nicht nur innerlich sagen, sondern dass Sie ihn sich auch bildlich vorstellen.
Nach ein paar Minuten verändern Sie den Satz, beispielsweise: "Gesundheit atme ich ein", und beim Ausatmen: "Gesundheit fließt durch meinen ganzen Körper".
Diese Meditation ist variierbar; Sie können Sie an Ihre Bedürfnisse anpassen und selbst Ihre eigenen Sätze für Ihre Atem-Meditation bilden.

 

Quelle: unbekannt