Amsel

Die Amsel ist mitunter der häufigste Tierbote, der uns über den Weg fliegt. Immer wieder erinnert sie uns daran, wie wichtig das Gleichgewicht zwischen den Welten ist.

Man kennt sie auch unter den Namen Schwarzdrossel und Druid Dhub (schwarzer Druide). Diese Namen bekam sie auf Grund ihrer pechschwarzen Farbe, wodurch ihr im christlichen Glauben nicht selten eine Verbindung zum Teufel nachgesagt wurde und sie als Seelenfängerin galt. Aus demselben Grund schrieb man sie auch im Volksglauben, wie die Rabenvögel, der Unterwelt und dem Totenreich zu. Deshalb ist die Amsel ganz besonders ein Symbol für den Kontakt zu den Ahnen, Magie und alten Bräuchen.

Da die Amsel unheimlich gerne die Beeren der Eberesche isst und dieser Baum bei den Druiden ein heiliger Baum ist (Weltenesche), gilt die Amsel als Torhüterin. Sie bewacht den Eingang zur persönlichen Anderswelt und den heiligen Baum selbst. Ihr Gesang während der Morgen- und Abenddämmerung soll Zuhörer anlocken und in tiefe Trance versetzen. Dadurch sollen die Hörer willenlos gemacht und in's Jenseits verführt werden.

Die Amsel als Krafttier möchte darauf aufmerksam machen, nicht den Boden unter den Füßen oder sich selbst in den Welten zu verlieren, weil man sich zu viel mit Magie oder Spiritualität beschäftigt und zu wenig geerdet hat. Sie hilft aber auch bei der Ahnenarbeit und erleichert das schamanische Reisen, indem sie dem Reisenden durch ihren Gesang hilft, den tranceartigen Zustand ohne weitere Hilfsmittel zu erreichen.

 

Autor: Armida
Bildquelle: Jill_J_Jenkins, pixabay