Warum fertigte man aus Bergkristall eine Kugel? Weil die Kugel oder Sphäre mit dem Kreis assoziiert wird. Sie stellt die absolute Perfektion dar, die Welt, die in ihrer Gänze offenbart wird. Kristall ist das natürliche Instrument, das die Götter den Menschen zur Verfügung stellen, damit diese sich mit ihnen Verbindung setzen können, eine Art Kommunikationswerkzeug zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Am Anfang schrieb man der und Kombination dieser beiden Symbole einen magischen, heiligen Charakter zu, und ein Ritual um die Verwendung der Kristallkugel entstand. Sie durfte nur aus besonderen Anlässen und unter besonderen Umständen befragt werden, und folgende Grundprinzipien galten:

  • Die zu verwendende Kugel muss aus Bergkristall oder Beryll, auch Mondstein genannt, und ganz rein und ohne Bläschen oder unreine Stellen sein.
  • Wenn sie nicht in Gebrauch war, musste die Kugel vor dem Sonnenlicht geschützt aufbewahrt werden, das ihre magischen Kräfte zerstören und die Reinheit des Kristalls sonst beeinträchtigen könnte. Ratsam war es jedoch, das Mondlicht in ihr sich widerspiegeln zu lassen.
  • Die Kristallkugel musste bei konstanter, milder Temperatur an geheimer Stelle und in Nordrichtung aufgestellt werden - an einem Ort, der nur dem Hellseher bekannt war.
  • Dieser befragte sie nur nachts bei zunehmendem Mond oder Vollmond in der Gegenwart eines einzigen Fragestellers bei größter Geheimhaltung und ohne den Kristall jemals zu berühren. In ihr sah er Wolken in verschiedenen Formen: Symbole, die er nach einem besonderen Code deutete , und manchmal Ereignisse, denen eine unterschiedliche Bedeutung zukam, je nachdem, ob sie in der Kugel vorn oder hinten, links oder rechts erschien.