21 - Laguz

Laguz Gewässer

Lautwert: L
Urgermanisch: laguz oder laukaz (Lauch)
Gotisch: lagus
Altenglisch: lagu
Nordisch: lögr

Runen-Halbmonat: 29. 4. - 13. 5.

Gottheit: Nerthus

Geschlecht: weiblich

Farbe: meergrün

Element: Wasser

Schlüsselwörter:
· Leben
· Ur-Wasser
· Durchgang zu Beginn und Ende des Lebens
· Wachstum
· Vitale Kraft

Magische Wirkung:
· Führung bei schwierigen Einweihungsprüfungen
· Gesteigerte Vitalität und Lebenskraft
· Konzentration ungeformter magischer Kraft zur Strukturierung und Formung durch den menschlichen Willen
· Stärkung des "Magnetismus"
· Entwicklung "hellseherischer Fähigkeiten"

Esoterische Interpretation des Namens: Lebensenergie und organisches Wachstum

Ideographische Interpretation: eine Welle oder der schnellwüchsige grüne Teil der Lauchpflanze


Laguz ist die Grundenergie des Lebens im Multiversum und die geheime Quelle allen organischen Lebens. Laguz ist das Gesetz (lög) des Lebens, innerhalb des ganzen Multiversums ebenso wie in Midhgardhr. Es sind dies die Schichten (Gesetze) vergangener kosmischer und menschlicher Tat, welche die zukünftige Entwicklung der Lebensformen bestimmen.
Die L-Rune steht für die Ur-Wasser in Niflheimr, die das latente, ungeformte Potential des Lebens enthalten, welches zu Eis gefestigt und durch die Feuer von Muspellsheimr mit Energie geladen werden muß, bevor es als manifestiertes Muster verwirklicht werden kann. Die L-Rune stellt eine machtvolle Rune der Einweihung dar - besonders der Einweihung in das Leben. In heidnischen Zeiten besprengte man ein neugeborenes Kind mit Wasser und gab ihm seinen Namen, sobald es sich als des Lebens würdig erwiesen hatte. Dadurch wurde das Kind wieder in die Lebenskraft seines Stammes integriert. Das Mysterium des vatni ausa (das rituelle Besprengen mit Wasser) geht auf vorchristliche Zeiten zurück und ist ein Hauptbestandteil der alten nordischen Lehre der Wiedergeburt - aptrburdhr.
Die Funktionen der U-Rune und der L-Rune sind auf unterschiedlichen Ebenen eng miteinander verwandt. Laguz beinhaltet auch den Ritus der Überquerung des Wassers am Ende des Lebens - der Überquerung des Ur-Wassers, um ins Totenreich zu gelangen. In diesem Zusammenhang sind die Mythen um Odhinn als Fährmann der Seele von. Bedeutung. Auch die Schiffsbegräbnisse der Wikinger und die dadurch angedeutete symbolische Überquerung des Wassers weisen auf diesen Glauben hin.
Die runische Form laukaz bedeutet auch "Lauch", was im altnordischen Runennamen laukr zum Ausdruck kommt. Der Lauch ist ein Symbol für organisches Wachstum, phallische Macht (Tugend), und Fruchtbarkeit im physischen wie im spirituellen Bereich.
Laukaz herrscht über die Lehre der Kräutermagie, die im Altnordischen als lyf und im Altenglischen als lacnunga bezeichnet wurde. Das itrlaukr (glänzender Lauch) gab man oft einem jungen Mann, sobald er sich als Krieger erwiesen hatte.